Immer mehr Menschen beziehen Wohngeld

Jinny Verdonck

15. November 2021

Letztes Jahr gab es einen starken Anstieg der Haushalte, die Wohngeld erhalten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamt (Destatis) ist die Zahl der Wohngeldbezieher um über 22 % in die Höhe geklettert. Gründe hierfür seien zum einen die Wohngeldreform und zum anderen spielt wahrscheinlich auch die Corona-Pandemie eine Rolle.

Das Wohngeld ist für die Haushalte bestimmt, die über ein unzureichendes Einkommen verfügen, um die Mietkosten zu zahlen. Etwa 618.200 Haushalte haben hierzulande bis Ende 2020 Wohngeld bezogen. Dies entspricht laut Destatis 1,5 % der gesamten Haushalte in Deutschland. Verglichen mit dem Jahr 2019 bedeutet dies einen Anstieg um ganze 22,6 %. 

Anfang 2020 ist die Wohngeldreform in Kraft getreten. Seitdem ist die Höhe der Mietbeträge für das Wohngeld regional gestaffelt erweitert worden. Zudem ist die Einkommenshöhe angehoben worden, um den Anspruch zu erhalten. Dadurch ist die Zahl der Wohngeldbezieher laut Destatis gewachsen. Allerdings haben vermutlich auch die coronabedingten wirtschaftlichen Folgen den Zuwachs beeinflusst. Es sei jedoch nicht möglich, das Ausmaß dieser Effekte zu bestimmen.

Mecklenburg-Vorpommern ist Spitzenreiter

Im Jahr 2020 betrugen die staatlichen Ausgaben für das Wohngeld etwa 1,3 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg um 38 % verglichen mit dem Vorjahr. 

Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete Ende des Jahres 2020 im Ländervergleich den größten Anteil der Wohngeldbezieher. 2,7 % der Haushalte erhielten dort Wohngeld. Währenddessen gab es in Bayern den kleinsten Anteil an Wohngeldbezieher (0,9 %). Im Durchschnitt lag der Anspruch der Haushalte, die Wohngeld beziehen, bei 177 Euro pro Monat.