Wissenswertes rund um das Fernabsatzgesetz

15. Mai 2021

Das Fernabsatzgesetz kommt nicht nur beim Online-Handel, sondern auch beim Abschluss von Dienstleistungsverträgen ins Spiel. Somit ist es also auch bei Immobiliengeschäften von Bedeutung. Anwendung findet das Fernabsatzgesetz bei Maklerverträgen, die außerhalb der Geschäftsräume des Maklers abgeschlossen werden. Hier beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen rund um das Fernabsatzgesetz in Bezug auf Maklerverträge.

Was fällt unter das Fernabsatzgesetz?

Alle Maklerverträge, die unter Verwendung von Fernkommunikationsmitteln abgeschlossen werden, fallen unter das Fernabsatzgesetz. Dazu gehören Vertragsabschlüsse per:

  •    •  Telefon
  •    •  E-Mail
  •    •  Internet
  •    •  Fax
  •    •  Brief


Für wen gilt das Fernabsatzgesetz?

Das Fernabsatzgesetz gilt für Makler und Verbraucher, die miteinander einen Vertrag abschließen. Bei einem Verbraucher handelt es sich dabei um eine natürliche Person, d. h. jemand, der den Vertrag weder zu beruflichen noch zu gewerblichen Zwecken abschließt.

Welchen Vorteil hat das Fernabsatzgesetz für Verbraucher?

Kunden haben die Möglichkeit, Maklerverträge binnen 14 Tagen ohne Angabe von Gründen zu widerrufen. Für die Nachweisbarkeit ist es empfehlenswert, dass der Widerruf schriftlich erfolgt, d. h. per Brief, E-Mail oder Fax.

Welche Pflicht hat der Makler?

Makler sind verpflichtet, ihre Kunden schriftlich über das Fernabsatzgesetz aufzuklären. Eine Belehrung über das Widerrufsrecht ist bei allen provisionspflichtigen Geschäften erforderlich. Wer Interesse an einem inserierten Immobilienangebot zeigt und den Makler um zusätzliche Informationen zum Angebot bittet, erhält dann üblicherweise vom Makler auch Informationen mit der Widerrufsbelehrung. Versäumt der Makler es oder bei unvollständiger oder fehlerhafter Belehrung, können Sie als Kunde auch noch nach der 14-tägigen Widerrufsfrist vom Vertrag zurücktreten, denn die Frist wird in solchen Fällen automatisch auf ein Jahr und 14 Tage verlängert.

Der Makler muss später nachweisen können, dass er seiner Pflicht zur Widerrufsbelehrung nachgekommen ist, daher werden Kunden normalerweise gebeten, den Erhalt dieser Belehrung zu bestätigen. Ein solches Dokument muss allerdings erst dann unterschrieben werden, nachdem der Interessent mit dem Makler einen Vertrag abschließt. 

Wie sieht es bei Mietverträgen aus?

Im Gegensatz zum Immobilienkauf kann die Vermittlung von Mietimmobilien aufgrund der geringeren Vorgaben schneller vonstattengehen. Manchmal sogar bereits innerhalb der vierzehntägigen Widerrufsfrist. Ist dies der Fall, so können Maklerverträge im Prinzip trotzdem widerrufen werden.

Wann ist ein Widerruf nicht notwendig?

Für Kunden ist es wichtig zu beachten, dass es sich bei der Maklerprovision um ein Erfolgshonorar handelt. Das bedeutet, dass die Provision erst dann gezahlt werden muss, nachdem der Makler erfolgreich für den Kunden tätig geworden ist und ein Kaufvertrag abgeschlossen wurde. 

Kunden müssen nach einer Immobilienbesichtigung bei Nichtgefallen also nicht widerrufen. In diesem Fall reicht es, wenn sie ihrem Makler lediglich mitteilen, dass kein Interesse mehr an der Immobilie besteht. 

Hat der Makler Anspruch auf Wertersatz?

Sofern die Widerrufsbelehrung ordnungsgemäß erfolgt ist, müssen Kunden dem Makler unter Umständen einen Wertersatz für bereits erbrachte Dienstleistungen zahlen. Dies kann der Fall sein, wenn Sie den Makler ausdrücklich dazu aufgefordert haben, mit der Leistung zu beginnen, bevor die Widerrufsfrist abgelaufen ist und in diesem Zeitraum ein Kaufvertrag zustande gekommen ist. 

Fazit

Das Fernabsatzgesetz mit dem entsprechenden Widerrufsrecht dient der Stärkung der Verbraucherrechte. Bei Fragen oder Unklarheiten können Sie sich jederzeit an den CENTURY 21 Deutschland Makler in Ihrer Region wenden. Die erfahrenen und kompetenten Makler stehen Ihnen gerne zur Verfügung.